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Mehrwertsteuer in Österreich

Der Standard-Mehrwertsteuersatz in Österreich beträgt 20 %. Ermäßigte Sätze von 13% · 10% gelten für bestimmte Waren und Dienstleistungen wie Lebensmittel, Bücher und Medikamente. Um MwSt. aufzuschlagen, multipliziere den Nettopreis mit 1,2 — bei einem 100 €-Artikel kommen 20 € dazu, also 120 € insgesamt.

In Österreich heißt die Mehrwertsteuer offiziell "Umsatzsteuer" (USt), umgangssprachlich spricht man jedoch häufig von "Mehrwertsteuer". Die Besonderheit Österreichs liegt darin, dass es zwei getrennte ermäßigte Sätze statt nur eines gibt: einen Satz von 10% für Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Wohnungsmieten, Bücher, Medikamente und öffentlichen Verkehr sowie einen Satz von 13% für Inlandsflüge, kulturelle Veranstaltungen, lebende Pflanzen und bestimmte landwirtschaftliche Güter. Erhoben und verwaltet wird sie bundesweit vom Finanzamt Österreich.

Ermäßigte Sätze

13% · 10%

Drei Sätze, und der mittlere ist die österreichische Eigenheit

Österreich führt neben Regel- und ermäßigtem Satz einen mittleren Satz, den Deutschland nicht kennt. Er trägt Positionen, die anderswo an den Rändern landen: bestimmte kulturelle Leistungen, Museen und Theater, Teile der Land- und Forstwirtschaft, Wein ab Hof. Für einen Betrieb, der über die Grenze verkauft, ist das die häufigste Fehlerquelle — die deutsche Zuordnung lässt sich nicht übernehmen.

Beherbergung und Personenbeförderung sitzen ebenfalls nicht dort, wo ein deutscher Blick sie vermutet. Wer eine Rechnung aus dem Nachbarland prüft, sollte deshalb den Satz gegen die österreichische Liste halten und nicht gegen die gewohnte: gleiche Sprache, andere Zuordnung.

Kleinunternehmer, Ist-Besteuerung und der Zeitpunkt der Schuld

Auch Österreich kennt eine Kleinunternehmerbefreiung unterhalb einer Umsatzgrenze, mit derselben Kehrseite: kein Vorsteuerabzug. Daneben steht eine Frage, die im Alltag oft mehr ausmacht als der Satz — wann die Steuer entsteht. Bei der Ist-Besteuerung entsteht sie mit der Zahlung, bei der Soll-Besteuerung mit der Leistung.

Der Unterschied ist reine Liquidität und trotzdem entscheidend: Bei Soll-Besteuerung führt man Steuer auf eine Rechnung ab, die der Kunde noch nicht bezahlt hat. Für ein Unternehmen mit langen Zahlungszielen ist das der Punkt, an dem eine gewinnbringende Rechnung vorübergehend Geld kostet.

Häufige Fragen

Worin liegt der Unterschied zwischen den ermäßigten österreichischen Umsatzsteuersätzen von 10% und 13%?
Der Satz von 10% gilt für Dinge des täglichen Bedarfs: Lebensmittel, Wohnungsmieten, Bücher und Zeitungen, Medikamente sowie Fahrkarten des öffentlichen Verkehrs. Der Satz von 13% ist eine mittlere Stufe für weniger notwendige, aber begünstigte Waren: Inlandsflüge, Eintritte zu kulturellen Veranstaltungen und Sportereignissen, lebende Pflanzen und Schnittblumen, ab Hof verkaufter Wein sowie bestimmte landwirtschaftliche Lieferungen. Alles Übrige unterliegt dem Normalsatz von 20%.
Können Touristen sich die Umsatzsteuer auf Einkäufe in Österreich erstatten lassen?
Ja. Besucher mit Wohnsitz außerhalb der EU können sich die im Preis enthaltene Umsatzsteuer für mitgenommene Waren erstatten lassen, sofern der Rechnungsbetrag in einem Geschäft 75 Euro übersteigt. Verlange beim Kauf ein Tax-Free-Formular (Ausfuhrbescheinigung), lass es beim Verlassen der EU vom Zoll bestätigen und leg dabei die ungenutzten Waren und deinen Reisepass vor. Die Erstattung erfolgt anschließend über das Geschäft oder einen Dienstleister. Dies gilt nur für Waren, nicht für Hotelübernachtungen oder Restaurantbesuche.

Hinweis

Mehrwertsteuersätze ändern sich, oft jährlich. Diese Zahl für Österreich ist eine allgemeine Referenz mit Stand 2026 — prüfe den aktuellen Satz bei der offiziellen Quelle, bevor du dich darauf verlässt.

Mehrwertsteuer in Österreich: Satz & Funktionsweise (2026) — OneKitly