Mehrwertsteuer in Deutschland
Der Standard-Mehrwertsteuersatz in Deutschland beträgt 19 %. Ermäßigte Sätze von 7% gelten für bestimmte Waren und Dienstleistungen wie Lebensmittel, Bücher und Medikamente. Um MwSt. aufzuschlagen, multipliziere den Nettopreis mit 1,19 — bei einem 100 €-Artikel kommen 19 € dazu, also 119 € insgesamt.
In Deutschland wird die Umsatzsteuer im Alltag meist Mehrwertsteuer (MwSt) genannt, während Umsatzsteuer der formelle Rechtsbegriff ist. Ein Regelsatz von 19% gilt für die meisten Waren und Dienstleistungen, während ein ermäßigter Satz von 7% Grundbedarf wie Lebensmittel, Bücher, Zeitungen und den öffentlichen Nahverkehr abdeckt. Erhoben wird die Steuer von den regionalen Finanzämtern unter dem Bundeszentralamt für Steuern. In der zweiten Jahreshälfte 2020 senkte Deutschland beide Sätze vorübergehend auf 16% und 5% als Konjunkturmaßnahme in der Pandemie.
Ermäßigte Sätze
7%
Zwei Sätze, und eine Grenze mitten durch den Alltag
Deutschland kommt mit zwei Sätzen aus, wo Frankreich oder Italien vier führen — was die Zuordnung nicht einfacher macht, sondern die Grenze dazwischen nur schärfer. Lebensmittel, Bücher, Zeitungen und der Nahverkehr fallen unter den ermäßigten Satz; fast alles andere unter den Regelsatz. Die berühmten Grenzfälle sitzen genau auf dieser Linie: dasselbe Essen zum Mitnehmen und zum Hierbleiben, Wasser aus der Leitung und Wasser aus der Flasche.
Wer die Zuordnung sucht, findet sie nicht in der Warengruppe, sondern in der Anlage zum Umsatzsteuergesetz — einer Liste, die Produkte nach Zolltarifnummern benennt. Deshalb lässt sich der Satz eines neuen Produkts nicht durch Ähnlichkeit erraten: Er hängt davon ab, unter welche Nummer es fällt, und darüber wird im Zweifel gestritten statt geschätzt.
Kleinunternehmerregelung: wann sie hilft und wann sie kostet
Unterhalb bestimmter Umsatzgrenzen darf ein Unternehmen die Kleinunternehmerregelung wählen: keine Umsatzsteuer auf den Rechnungen, dafür auch kein Vorsteuerabzug. Für eine Tätigkeit, die an Privatkunden verkauft und wenig einkauft, ist das ein echter Vorteil — der Preis wirkt für den Kunden günstiger und die Verwaltung ist minimal.
Umgekehrt wird sie teuer, sobald größere Anschaffungen anstehen oder die Kundschaft selbst vorsteuerabzugsberechtigt ist: Dann ist die ausgewiesene Steuer für den Kunden kein Kostenfaktor, während die eigene gezahlte Vorsteuer verloren geht. Der Verzicht auf die Regelung bindet zudem für mehrere Jahre — es ist eine Entscheidung mit Nachlauf, keine jährliche Wahl.
Häufige Fragen
- Warum heißt die deutsche Umsatzsteuer sowohl Mehrwertsteuer als auch Umsatzsteuer?
- Sie bezeichnen dieselbe Steuer. Umsatzsteuer ist der Begriff im Steuerrecht und auf amtlichen Formularen, während Mehrwertsteuer oder MwSt der Alltagsname ist, den man auf Kassenbons und Rechnungen sieht. Beide beschreiben eine Steuer auf den Mehrwert, der auf jeder Stufe der Lieferkette entsteht und letztlich vom Endverbraucher getragen wird.
- Können Touristen bei der Ausreise aus Deutschland die Mehrwertsteuer erstattet bekommen?
- Ja. Besucher mit Wohnsitz außerhalb der EU können die auf mitgenommene Waren gezahlte Mehrwertsteuer zurückfordern, sofern sie beim Kauf im Geschäft eine Ausfuhrbescheinigung verlangen. Waren und Formular müssen bei der Ausreise aus der EU am Flughafen- oder Grenzzoll vorgelegt werden, wo die Ausfuhr abgestempelt wird. Die Erstattung wird dann bar ausgezahlt oder vom Geschäft bzw. einem Dienstleister gutgeschrieben; Dienstleistungen und verbrauchte Artikel sind ausgeschlossen.
Hinweis
Mehrwertsteuersätze ändern sich, oft jährlich. Diese Zahl für Deutschland ist eine allgemeine Referenz mit Stand 2026 — prüfe den aktuellen Satz bei der offiziellen Quelle, bevor du dich darauf verlässt.