So schätzt du die Dateigröße eines Videos (Bitrate x Dauer)
Veröffentlicht am 23.1.2026 · 5 Min. Lesezeit · Entwickler-Tools
Daniel Okonkwo — Front-end-Entwickler und Tech-Redakteur bei OneKitly
Web-Performance · Dateiformate
Anhand von 2 Quellen geprüft
Um die Dateigröße eines Videos zu schätzen, multiplizierst du die Bitrate (in Bit pro Sekunde) mit der Dauer (in Sekunden) und teilst dann durch 8, um Bit in Byte umzurechnen. Ein 10-minütiger Clip (600 Sekunden) bei 8 Mbit/s ergibt zum Beispiel 8.000.000 x 600 / 8 = 600.000.000 Byte, also etwa 600 MB. Höhere Auflösung und Bildrate erfordern meist eine höhere Bitrate, sie erhöhen die Größe also nur über diese Bitrate.
Schätze die Dateigröße eines Videos vor dem Export. Lerne die Formel Bitrate mal Dauer, warum du durch 8 teilst und wie Auflösung und Bildrate das Ergebnis verändern.
Die Formel Bitrate mal Dauer
Die Dateigröße eines Videos beruht auf einer einfachen Idee: Eine Datei ist nur ein Strom aus Bit, und die Bitrate sagt dir, wie viele Bit pro Sekunde fließen. Multipliziere diese Rate mit der Dauer des Videos in Sekunden, und du hast die Gesamtzahl der Bit. Da Speicher in Byte gemessen wird und ein Byte acht Bit umfasst, teilst du die Summe durch 8, um eine Größe zu erhalten, die du mit einer Speicherkarte oder einem Upload-Limit vergleichen kannst.
Achte genau auf die Einheiten, denn hier gehen die meisten Schätzungen schief. Die Bitrate wird in Megabit pro Sekunde (Mbit/s) mit kleinem b angegeben, während Dateigrößen Megabyte (MB) mit großem B verwenden. Eine übliche Faustregel: Mbit/s durch 8 ergibt Megabyte pro Sekunde: 8 Mbit/s sind 1 MB pro Sekunde, also wiegt eine Minute dieses Videos etwa 60 MB. Bit und Byte auseinanderzuhalten ist die wichtigste Gewohnheit beim Schätzen der Größe.
Die Rolle von Auflösung und Bildrate
Eine häufige Überraschung: Die Auflösung taucht in der Formel nirgends auf. Die Größe hängt nur von Bitrate und Dauer ab. Die Auflösung wirkt indirekt: Ein 4K-Bild hat viermal so viele Pixel wie ein 1080p-Bild, also braucht der Encoder eine deutlich höhere Bitrate, damit es scharf bleibt. Wählst du für 4K eine niedrige Bitrate, bleibt die Datei klein, aber das Bild wird klotzig. Die Bitrate ist der eigentliche Hebel; die Auflösung sagt nur, wie hoch dieser Hebel meist stehen muss.
Die Bildrate funktioniert genauso. Eine Verdopplung von 30 auf 60 Bilder pro Sekunde verdoppelt die Anzahl der Bilder, die der Encoder pro Sekunde beschreiben muss, also braucht ein flüssiger 60-fps-Clip meist eine höhere Bitrate als 30 fps bei gleicher Auflösung. Praktisch nimmst du veröffentlichte Presets als Ausgangspunkt: Plattformen empfehlen rund 8 Mbit/s für 1080p bei 30 fps und etwa 35-45 Mbit/s für 4K, und die Formel sagt dir dann, ob das Ergebnis auf deinen Speicher passt.
Audio, Container und Genauigkeit in der Praxis
Der Videostream ist meist der größte Teil einer Datei, aber nicht der einzige. Die Tonspur bringt ihre eigene Bitrate mit, üblicherweise 128 bis 320 kbit/s in Stereo, und das Containerformat (MP4, MOV, MKV) fügt etwas Strukturdaten hinzu. Für Genauigkeit addierst du die Audiobitrate vor dem Multiplizieren zur Videobitrate oder schlägst einfach 5 bis 10 Prozent auf deine Schätzung auf, um Audio und Overhead gemeinsam abzudecken.
Eine letzte Feinheit betrifft die variable Bitrate. Nutzt dein Video VBR, ist die angezeigte Zahl ein Durchschnitt, sodass die tatsächliche Größe je nach Anspruch des Materials etwas über oder unter deiner Schätzung liegen kann. Für eine grobe Planung reicht der Durchschnitt. Brauchst du eine harte Obergrenze, etwa um unter ein E-Mail- oder Upload-Limit zu passen, kodiere mit einer Ziel-Durchschnittsbitrate und lass einen bequemen Puffer, damit Spitzen komplexer Bewegung dich nicht darüber treiben.
Mit unserem eigenen Rechner durchgerechnet
Videodateigröße-Rechner
Eingaben
- Dauer (Minuten)
- 30
- Bitrate (Mbit/s)
- 7,2
Ergebnis
- Größe (GB)
- 1,582
- Größe (MB)
- 1.620
Diese Zahlen stammen aus dem Rechner unten, sie sind nicht von Hand eingetragen — sie werden bei jeder Änderung des Tools neu berechnet.
Mit eigenen Zahlen nachrechnen →Häufige Fragen
- Warum teile ich in der Formel durch 8?
- Weil die Bitrate in Bit und die Dateigröße in Byte gemessen wird und ein Byte acht Bit umfasst. Bitrate mal Dauer ergibt eine Summe in Bit; das Teilen durch 8 rechnet sie in Byte um, passend zur Speicherangabe.
- Bedeutet höhere Auflösung immer eine größere Datei?
- Nicht direkt. Die Größe hängt nur von Bitrate und Dauer ab. Höhere Auflösung braucht meist eine höhere Bitrate, um scharf zu wirken, und diese höhere Bitrate vergrößert die Datei. Bei gleicher Bitrate sind ein 4K- und ein 1080p-Clip gleicher Länge gleich groß, der 4K-Clip wirkt aber weicher.
- Wie groß ist eine Stunde 1080p-Video?
- Bei typischen 8 Mbit/s sind eine Stunde (3.600 Sekunden) 8.000.000 x 3.600 / 8 = 3.600.000.000 Byte, etwa 3,6 GB ohne Audio. Rechne rund 5 bis 10 Prozent für die Tonspur hinzu, plane also mit fast 4 GB pro Stunde bei dieser Qualität.
- Ist die Schätzung bei Videos mit variabler Bitrate exakt?
- Es ist eine Näherung. Bei variabler Bitrate ist die eingegebene Zahl ein Durchschnitt, sodass die tatsächliche Größe je nach Komplexität des Materials leicht darüber oder darunter liegen kann. Zum Planen reicht das; für eine strikte Obergrenze lass einen Puffer.
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