Wie viel Lebensversicherung brauchst du? Die DIME-Methode
Veröffentlicht am 8.4.2026 · 4 Min. Lesezeit · Finanz-Rechner
Camille Laurent — Redakteurin Finanzen bei OneKitly
Steuern · Privatfinanzen
Anhand von 2 Quellen geprüft
Eine gängige Faustregel ist das 10-Fache deines Jahreseinkommens, doch die DIME-Methode ist genauer: Addiere Schulden (Debt), zu ersetzendes Einkommen (Income), Hypothek (Mortgage) und Ausbildungskosten (Education), dann ziehe Ersparnisse und bestehenden Schutz ab. Beispiel: 20.000 € Schulden, 300.000 € Einkommensersatz, 200.000 € Hypothek und 80.000 € Ausbildung ergeben 600.000 € Deckung, abzüglich vorhandener Vermögenswerte.
Vergiss vage Faustregeln. Die DIME-Methode — Schulden, Einkommen, Hypothek, Ausbildung — liefert eine belastbare Zahl für den Lebensschutz, den deine Familie wirklich braucht.
Warum Faustregeln zu kurz greifen
„Zehnmal dein Gehalt“ ist leicht zu merken und besser als nichts, behandelt aber alle gleich. Ein alleinstehender Mieter ohne Angehörige und ein Elternteil von drei Kindern mit Hypothek brauchen völlig unterschiedliche Summen, doch die Regel gibt ihnen denselben Faktor. Sie ignoriert, wofür das Geld eigentlich da ist: eine Familie finanziell abzusichern, wenn der Verdiener wegfällt.
Der bessere Ansatz beginnt bei den Verpflichtungen, die du hinterließest, und dem Einkommen, das dein Haushalt verlöre. Genau das tut DIME: Es baut die Zahl aus vier konkreten Bausteinen auf, die du nachschlagen oder schätzen kannst, statt aus einem aus der Luft gegriffenen Faktor. Das Ergebnis ist eine Zahl, die du erklären und begründen kannst — und anpassen, wenn deine Schulden schrumpfen und deine Kinder erwachsen werden.
DIME Schritt für Schritt durchgehen
Beginne mit D für Debt (Schulden): summiere alles außer der Hypothek — Kreditkarten, Autokredite, Studienkredite und mitgetragene Salden. Dann I für Income (Einkommen): entscheide, wie viele Jahre deine Familie dein Einkommen bräuchte, und multipliziere. Zehn Jahre eines Netto-Beitrags von 30.000 € sind 300.000 €. Manche Familien dehnen dies aus, bis das jüngste Kind selbstständig ist, was den Horizont verlängert.
M steht für Mortgage (Hypothek): addiere die Restschuld, damit das Haus abbezahlt ist und niemand unter Druck umziehen muss. E steht für Education (Ausbildung): schätze die Kosten für Schule oder Studium je Kind, angepasst an die geplante Bildungsform. Addiere die vier Bausteine und ziehe ab, was du schon hast — Ersparnisse, Anlagen und bestehende Policen. Ein Rechner hält die Summe sauber und lässt dich verschiedene Jahreszahlen in Sekunden testen.
Risiko- oder Kapitalversicherung, und wie du die Höhe richtig hältst
Für die meisten Familien deckt eine Risikolebensversicherung den DIME-Bedarf günstig ab, weil sie genau so lange läuft wie deine Verpflichtungen — die Jahre mit Hypothek und abhängigen Kindern. Kapitallebens- und Dauerpolicen kosten für dieselbe Todesfallsumme weit mehr, weil sie einen Anlageteil bündeln, selten der effizienteste Weg zu investieren. Passe die Laufzeit an das Jahr an, in dem deine größten Verpflichtungen enden.
Überprüfe die Zahl alle paar Jahre oder nach jeder großen Veränderung — ein neues Kind, eine größere Hypothek, eine Gehaltserhöhung oder das Abzahlen eines Kredits. Sinken die Schulden und wächst das Ersparte, fällt der nötige Schutz meist, und du kannst die Prämien senken. Lebensversicherung ist kein Einmalkauf; sie ist ein bewegliches Ziel, das mit deinen finanziellen Verpflichtungen schrumpft.
Häufige Fragen
- Braucht jeder eine Lebensversicherung?
- Nein. Lebensversicherung schützt vor allem, wer finanziell von dir abhängt. Hängt niemand von deinem Einkommen ab und hast du keine gemeinsamen Schulden, brauchst du wenig oder nichts. Der Bedarf steigt stark mit Partner, Kindern oder Hypothek.
- Soll ich meine Hypothek in die Deckung einrechnen?
- Ja, wenn deine Familie das Haus ohne die Monatsrate behalten soll. Das M in DIME ist die Restschuld der Hypothek. Hast du bereits eine separate Restschuldversicherung, zähle sie als bestehende Deckung und rechne nicht doppelt.
- Risiko- oder Kapitalversicherung für den DIME-Bedarf?
- Risikoleben ist meist die effiziente Wahl, denn der DIME-Bedarf ist vorübergehend — er verblasst, wenn Schulden getilgt sind und Kinder erwachsen werden. Risikoleben bietet eine hohe Todesfallsumme zu niedriger Prämie über genau die benötigten Jahre. Kapitalleben kostet für dieselbe Summe viel mehr.
- Wie oft sollte ich meine Deckung neu berechnen?
- Prüfe sie alle zwei bis drei Jahre und nach jeder großen Veränderung: ein neues Kind, ein Umzug, eine große Gehaltserhöhung oder das Abzahlen einer Schuld. Der Bedarf sinkt meist mit der Zeit, sodass Neuberechnen Deckung und Prämien senken kann, statt zu viel zu zahlen.
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