Elektro oder Benziner: die echten Jahreskosten im Vergleich
Veröffentlicht am 23.4.2026 · 4 Min. Lesezeit · Auto-Rechner
Marco Bianchi — Redakteur Haus, Heimwerken & Auto bei OneKitly
Renovierung · Materialien
Anhand von 2 Quellen geprüft
Nur beim „Tanken“ ist ein zu Hause geladenes E-Auto meist deutlich günstiger pro Kilometer als ein Benziner. Ein typisches E-Auto verbraucht etwa 18 kWh/100 km; bei 0,15 €/kWh sind das rund 0,027 € pro Kilometer. Ein Benziner mit 7,8 L/100 km bei Benzin zu 1,80 €/L kostet rund 0,14 € pro Kilometer — fast das Fünffache. Auf 19 000 km im Jahr sind das etwa 520 € Strom gegenüber 2 660 € Benzin, eine Ersparnis von rund 2 140 €. Doch der Abstand schrumpft, wenn du auf teures öffentliches Schnellladen angewiesen bist, und das Gesamtbild muss auch den höheren Kaufpreis und Wertverlust des E-Autos einbeziehen.

Wie viel kostet das „Tanken“ eines E-Autos gegenüber einem Benziner pro Jahr wirklich? Wir vergleichen die Kosten pro Kilometer aus Strom und Benzin sowie die Faktoren, die das Ergebnis kippen.
Die Tankrechnung, nebeneinander
Energie fair zu vergleichen heißt, beides auf Kosten pro Kilometer zu bringen. Der Appetit eines E-Autos wird in Kilowattstunden pro 100 km gemessen — rund 18 kWh bei einem üblichen Modell. Multipliziere mit deinem Stromtarif: bei 0,15 €/kWh sind das etwa 0,027 € pro Kilometer. Ein Benziner teilt den Spritpreis durch den Verbrauch: 1,80 €/L bei 7,8 L/100 km ergibt rund 0,14 € pro Kilometer.
Bei diesen Zahlen fährt das E-Auto zu etwa einem Drittel der Energiekosten des Benziners. Aufs Jahr hochgerechnet: bei 19 000 km sind das rund 520 € Strom gegenüber 2 660 € Benzin, fast 2 140 € Ersparnis. Die Ersparnis wächst dort, wo Sprit teuer oder Strom günstig ist, und schrumpft im umgekehrten Fall.
Wo du lädst, ändert alles
Der Wert fürs Laden zu Hause ist der Bestfall des E-Autos. Öffentliche Schnelllader können zwei- bis dreimal so viel pro kWh kosten, was den Vorteil schmälert oder sogar auslöscht für alle, die nicht zu Hause laden können. Wer nachts zum günstigen Schwachlasttarif lädt, sieht ein ganz anderes Ergebnis als ein Wohnungsbewohner, der auf Schnellladen am Straßenrand angewiesen ist.
Das ist die größte Einzelvariable in jedem ehrlichen Vergleich. Bevor du auf E-Ersparnisse setzt, sei realistisch, wie du meistens tatsächlich lädst. Mit Heimladen ist der Energievorteil groß und dauerhaft; sonst rechne mit echten Preisen des öffentlichen Ladens, bevor du entscheidest.
Kraftstoff ist nicht die ganze Geschichte
Bei der Energie glänzen E-Autos, aber die Gesamtkosten umfassen mehr. E-Autos haben oft einen höheren Kaufpreis und verlieren mitunter anders an Wert, während Benziner mehr zu wartende Teile haben — Ölwechsel, Auspuff, Steuertrieb —, die E-Autos schlicht nicht haben. Die Wartung spricht eher fürs E-Auto, der Kaufpreis für den Benziner.
Um ehrlich zu entscheiden, gib deine Zahlen — Jahresfahrleistung, lokale Strom- und Spritpreise und deine Ladeweise — in einen Elektro-gegen-Benzin-Vergleich ein und lege dann Kaufpreis und erwarteten Wertverlust darüber. Die Kraftstoffersparnis allein kann beachtlich sein, ist aber ein Eingang in ein größeres Gesamtkostenbild, nicht die ganze Antwort.
| Faktor | Elektro (Laden zu Hause) | Benzin |
|---|---|---|
| Verbrauch | ~18 kWh/100 km | ~7,8 L/100 km |
| Energiepreis | 0,15 € pro kWh | 1,80 € pro Liter |
| Kosten pro Kilometer | ~0,027 € | ~0,14 € |
| Kosten für 19 000 km | Etwa 520 € | Etwa 2 660 € |
| Kippfaktor | Öffentliches Schnellladen ist viel teurer | Höhere Spritpreise vergrößern den E-Vorsprung |
Mit unserem eigenen Rechner durchgerechnet
Elektro-vs-Benzin-Kostenrechner
Eingaben
- Jährliche Strecke (km)
- 15.000
- Benzinverbrauch (L/100km)
- 7
- Benzinpreis pro Liter
- 1,8
- E-Auto-Verbrauch (kWh/100km)
- 18
- Strompreis pro kWh
- 0,25
Ergebnis
- Jährliche Benzinkosten
- 1.890,00 €
- Jährliche E-Auto-Kosten
- 675,00 €
- Jährliche Ersparnis mit E-Auto
- 1.215,00 €
Diese Zahlen stammen aus dem Rechner unten, sie sind nicht von Hand eingetragen — sie werden bei jeder Änderung des Tools neu berechnet.
Mit eigenen Zahlen nachrechnen →Häufige Fragen
- Ist ein E-Auto immer günstiger im Betrieb als ein Benziner?
- Beim Kraftstoff meist ja, wenn zu Hause geladen wird, da Strom pro Kilometer meist deutlich unter Benzin liegt. Doch teures öffentliches Schnellladen kann die Ersparnis schmälern oder aufheben, und höherer Kaufpreis und Wertverlust können sie in den Gesamtkosten ausgleichen.
- Wie vergleiche ich kWh pro Kilometer mit dem Verbrauch?
- Rechne beide in Kosten pro Kilometer um. Beim E-Auto multipliziere den Verbrauch pro 100 km mit dem kWh-Preis und teile durch 100. Beim Benziner multipliziere den Verbrauch pro 100 km mit dem Literpreis und teile durch 100. Zwei Werte pro Kilometer zu vergleichen ist die einzig faire Basis.
- Schadet Kälte den Betriebskosten eines E-Autos?
- Etwas. Kälte verringert die Reichweite und die Innenraumheizung zieht Extraenergie, also steigt der Verbrauch pro 100 km im Winter und hebt die Kosten pro Kilometer. Auch Benziner verbrauchen kalt etwas mehr, doch die saisonale Schwankung ist bei E-Autos meist größer.
- Ändern E-Auto-Förderungen den Vergleich?
- Ja, auf der Kaufseite. Zuschüsse oder Steuervorteile können den höheren Anfangspreis des E-Autos senken und die Gesamtkosten verbessern, ändern aber nicht die Kraftstoffrechnung pro Kilometer. Prüfe, was bei dir gilt, bevor du Preise vergleichst.
Artikel, die dich interessieren könnten
Alle Ratgeber →Ähnliche Tools
Quellen
Hast du einen Fehler in diesem Artikel entdeckt?