Was ist der Spannungsabfall? Warum lange Leitungen Spannung verlieren
Veröffentlicht am 4.2.2026 · 4 Min. Lesezeit · Alltags-Rechner
Lena Hoffmann — Redakteurin Wissenschaft & Bildung bei Allin
Mathematik · Physik
Anhand von 2 Quellen geprüft
Der Spannungsabfall ist die Verringerung der Spannung, wenn Strom durch den Widerstand einer Leitung fließt. Jeder Leiter hat einen kleinen Widerstand, und nach dem Ohmschen Gesetz ist der Abfall der Strom mal diesem Widerstand: Uabfall = I × R. Je länger die Leitung und je höher der Strom, desto größer der Abfall; eine dickere Leitung (kleinere Querschnittsnummer) hat weniger Widerstand und fällt weniger ab. Ingenieure halten den Abfall meist unter etwa 3 % der Versorgungsspannung.

Der Spannungsabfall ist die entlang einer Leitung durch ihren Widerstand verlorene Spannung. Lerne den Einfluss von Länge, Querschnitt und Strom und warum er zählt.
Wohin die Spannung geht
Kein Draht ist ein perfekter Leiter. Kupfer und Aluminium haben einen kleinen, aber realen Widerstand, der mit der Länge steigt und mit der Querschnittsfläche sinkt. Fließt Strom durch diesen Widerstand, wird ein Teil der Versorgungsspannung zum Erwärmen des Drahtes verbraucht, statt die Last zu erreichen. Dieser verbrauchte Anteil ist der Spannungsabfall, geregelt vom Ohmschen Gesetz: Uabfall = I × RLeitung.
Da der Strom meist über einen Leiter hin und über einen anderen zurück fließt, tritt der Abfall über die gesamte Hin- und Rücklänge des Stromkreises auf, nicht nur über die einfache Distanz. Eine Last in 20 Metern Entfernung sieht den Widerstand von rund 40 Metern Leitung. Deshalb kann eine Niederspannungsleitung — 12-V-Beleuchtung, eine Türklingel, eine Solarpanel-Leitung — auf überraschend kurzer Strecke einen merklichen Teil ihrer Spannung verlieren.
Länge, Querschnitt und Strom
Drei Faktoren bestimmen den Abfall. Länge: Der Widerstand ist proportional zur Länge, doppelte Strecke bedeutet doppelten Abfall. Querschnitt (Kaliber): Der Widerstand ist umgekehrt proportional zur Fläche, ein dickerer Draht fällt weniger ab — in AWG bedeutet eine kleinere Nummer einen dickeren Draht, und jeweils drei AWG-Nummern halbieren oder verdoppeln den Widerstand etwa. Strom: Der Abfall ist proportional zum Strom, eine höhere Last verschlimmert ihn. Kombiniere sie: Uabfall = I × (ρ × L / A), wobei ρ der spezifische Widerstand des Materials ist.
Ein konkretes Beispiel: Leite 15 A durch 30 Meter (einfach) Kupferdraht mit etwa 0,02 Ω pro Meter für diesen Querschnitt. Die Hin- und Rücklänge beträgt 60 Meter, also 60 × 0,02 = 1,2 Ω. Der Abfall ist Uabfall = I × R = 15 × 1,2 = 18 V. Auf einem 230-V-Kreis sind das 7,8 % Verlust — zu viel; die Lösung ist ein dickerer Leiter, um den Widerstand zu senken.
Warum der Spannungsabfall wichtig ist
Ein zu hoher Abfall lässt Geräte schlechter arbeiten. Lampen werden dunkler, Motoren laufen heiß und verlieren Drehmoment, und empfindliche Elektronik kann zurücksetzen oder fehlerhaft arbeiten, wenn die Spannung an ihren Klemmen einbricht. Die verschwendete Spannung wird zudem zu Wärme im Draht, senkt den Wirkungsgrad und schafft im Extremfall Brandgefahr. Normen setzen daher Grenzen — oft ein maximaler Abfall von etwa 3 % auf einem Endstromkreis und 5 % insgesamt von der Quelle zur Last.
Die Abhilfen sind einfach: dickerer Leiter, kürzere Strecke, geringerer Strom oder höhere Systemspannung, damit dieselbe Leistung als weniger Strom fließt. Die Fernübertragung von Strom nutzt genau deshalb sehr hohe Spannungen — bei höherer Spannung ist der Strom geringer, sodass der I × R-Abfall und die Wärmeverluste stark schrumpfen. Ein Spannungsabfall-Rechner lässt dich Querschnitte prüfen, bevor du Kabel kaufst.
Mit unserem eigenen Rechner durchgerechnet
Spannungsabfall-Rechner
Eingaben
- Strom (A)
- 20
- Kabellänge (m, einfach)
- 40
- Querschnitt (mm²)
- 5
- Systemspannung (V)
- 460
Ergebnis
- Spannungsabfall (V)
- 5,6
- Spannungsabfall (%)
- 1,22 %
Diese Zahlen stammen aus dem Rechner unten, sie sind nicht von Hand eingetragen — sie werden bei jeder Änderung des Tools neu berechnet.
Mit eigenen Zahlen nachrechnen →Häufige Fragen
- Welcher Spannungsabfall ist akzeptabel?
- Eine übliche Faustregel hält den Abfall unter etwa 3 % auf einem Endstromkreis und 5 % insgesamt von der Quelle zur Last. Empfindliche oder lange Niederspannungsleitungen können engere Grenzen erfordern, prüfe daher stets die geltende Vorschrift.
- Verringert ein dickerer Draht den Spannungsabfall?
- Ja. Der Widerstand ist umgekehrt proportional zur Querschnittsfläche eines Drahtes, ein dickerer Leiter hat also weniger Widerstand und fällt weniger Spannung ab. In AWG bedeutet eine kleinere Nummer einen dickeren Draht, und drei AWG-Größen weniger halbieren den Widerstand etwa.
- Warum nutzen Stromleitungen sehr hohe Spannung?
- Um Verluste zu minimieren. Bei höherer Spannung fließt dieselbe Leistung als weniger Strom, und da Spannungsabfall und Erwärmung vom Strom abhängen, senkt höhere Spannung den I × R-Abfall und den I²R-Wärmeverlust über lange Strecken stark.
- Zähle ich die einfache oder die Hin- und Rücklänge?
- Hin und zurück. Der Strom fließt über einen Leiter hin und über einen anderen zurück, die Gesamtwiderstand deckt also beide Richtungen ab. Für eine Last in 20 Metern Entfernung nimm 40 Meter Draht in der Spannungsabfall-Rechnung.
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