Ein Puffer hält seinen pH über ein Verhältnis — Verdünnen ändert nichts
Veröffentlicht am 19.10.2026 · 3 Min. Lesezeit · Gesundheits-Rechner
Sofia Nunes — Redakteurin Gesundheit & Wohlbefinden bei OneKitly
Ernährung · Flüssigkeitszufuhr
Anhand von 2 Quellen geprüft
Die Henderson-Hasselbalch-Gleichung sagt, der pH eines Puffers sei sein pKa plus dem Zehnerlogarithmus des Verhältnisses von konjugierter Base zu schwacher Säure. Weil es ein Verhältnis ist, fallen die absoluten Mengen heraus: Essigsäure und Acetat zu je 0,1 M ergeben pH 4,76, zu je 0,01 M ebenfalls 4,76. Nimm die halbe Säure weg, und das Verhältnis wird 2:1, wert log 2 = 0,30, der pH steigt auf 5,06 — eine ganze Einheit verlangt den Faktor zehn im Verhältnis. Blut rechnet dieselbe Arithmetik am Bicarbonatsystem mit einem pKa um 6,1: Bei Bicarbonat um 24 mM gegen gelöstes Kohlendioxid um 1,2 mM beträgt das Verhältnis 20:1 und der pH 7,40.
Zu gleichen Teilen ergeben eine schwache Säure und ihre Base exakt pH = pKa, bei jeder Konzentration. Blut rechnet dieselbe Gleichung bei 20:1 und landet bei 7,40.
Warum die Lunge den Blut-pH in Sekunden verschiebt
Die saure Hälfte gerade dieses Puffers ist ein Gas. Gelöstes Kohlendioxid steht im Gleichgewicht mit dem in der Lunge; Tempo und Tiefe der Atmung ändern also unmittelbar den Nenner des Verhältnisses, binnen ein bis zwei Atemzügen — ihn von 1,2 auf 2,4 mM zu verdoppeln senkt den berechneten pH von 7,40 auf 7,10. Die Niere stellt die andere Hälfte ein, das Bicarbonat, und braucht dafür Stunden bis Tage. Diese Aufteilung ist die gesamte Architektur der Säure-Basen-Regulation: ein schneller Hebel mit kleinem Hub und ein langsamer mit großem, an Zähler und Nenner desselben Bruchs.
Verdünnen zerstört sehr wohl etwas: die Kapazität
Der pH eines zehnfach verdünnten Puffers bleibt gleich, seine Fähigkeit ihn zu halten nicht. Die Pufferkapazität skaliert mit den absoluten Konzentrationen: Die verdünnte Lösung nimmt ein Zehntel so viel zugesetzte Säure auf, bevor ihr Verhältnis — und damit ihr pH — sich zu bewegen beginnt. Deshalb nennt eine Vorschrift sowohl den pH als auch die Molarität eines Puffers, und deshalb ist die zweite Zahl kein Schmuck. Es erklärt auch, warum ein Puffer nahe seinem eigenen pKa am besten arbeitet: Bei einem Verhältnis nahe 1:1 sind beide Partner reichlich vorhanden, um Ankommendes zu verbrauchen, während bei 20:1 einer fast aufgebraucht ist und die Lösung Säure weit besser widersteht als Base.
| Gelöstes CO₂ | Verhältnis | pH-Wert |
|---|---|---|
| 0,6 mM (schnelle Atmung) | 40 : 1 | 7,70 |
| 1,2 mM (in Ruhe) | 20 : 1 | 7,40 |
| 2,4 mM (Luft angehalten) | 10 : 1 | 7,10 |
Mit unserem eigenen Rechner durchgerechnet
Henderson-Hasselbalch-Rechner
Eingaben
- Finde
- Verhältnis für Ziel-pH
- pKa der schwachen Säure
- 9,52
- Konjugierte Base [A⁻]
- 0,2
- Schwache Säure [HA]
- 0,2
- Ziel-pH (Verhältnis)
- 10
- Gemessener pH (pKa)
- 15,02
Ergebnis
- Ergebnis
- 3,02
Diese Zahlen stammen aus dem Rechner unten, sie sind nicht von Hand eingetragen — sie werden bei jeder Änderung des Tools neu berechnet.
Mit eigenen Zahlen nachrechnen →Häufige Fragen
- Warum benutzt die Gleichung einen Logarithmus?
- Weil der pH bereits einer ist. Die pH-Skala ist der negative Zehnerlogarithmus der Wasserstoffionenkonzentration; eine Lösung bei pH 5 hat die zehnfache Konzentration einer bei pH 6 und die hundertfache einer bei pH 7. In Logarithmen zu rechnen macht aus dem Multiplizieren von Konzentrationen das Addieren kleiner Zahlen — der einzige Grund, warum die Rechnung im Kopf gelingt. Es heißt auch, dass klein wirkende pH-Änderungen chemisch groß sind: Der Schritt von 7,40 auf 7,10 in der Tabelle ist eine Verdopplung der Wasserstoffionenkonzentration, keine Änderung um drei Prozent.
- Wo hört die Gleichung auf, genau zu sein?
- An den Rändern des Verhältnisses und in konzentrierten Lösungen. Jenseits von etwa zehn zu eins in beide Richtungen versagt die zugrunde liegende Näherung allmählich — praktisch die Grundlage der Regel, dass ein Puffer im Bereich von etwa einer pH-Einheit um seinen pKa arbeitet. Sie unterstellt außerdem ideales Verhalten der Konzentrationen, was in dicht besetzten Lösungen aufhört zu gelten: Ernsthafte Arbeit bei hoher Ionenstärke rechnet mit Aktivitäten statt Konzentrationen, und der pKa selbst verschiebt sich mit der Temperatur und mit dem, was sonst gelöst ist. Für einen Laborpuffer nahe 1:1 bei üblicher Konzentration spielt nichts davon eine Rolle; für einen auf zwei Nachkommastellen angegebenen Wert alles.
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Dieser Artikel erklärt eine Gleichung, keinen klinischen Zustand. Der Blut-pH wird an einer arteriellen Probe im Labor gemessen und zusammen mit allem anderen zur Person beurteilt; nichts hier ist eine Diagnose, ein Referenzwert für dich oder ein Grund, auf ein Ergebnis hin zu handeln. Atemübungen behandeln keine Säure-Basen-Störung. Beunruhigt dich ein Blutgasbefund, gehört das zu der Ärztin, die ihn veranlasst hat.
Quellen
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