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Was 1 Prozent Gebühr über 30 Jahre kostet

Veröffentlicht am 9.4.2026 · 4 Min. Lesezeit · Finanz-Rechner

Camille Laurent

Camille LaurentRedakteurin Finanzen bei OneKitly

Steuern · Privatfinanzen

Anhand von 2 Quellen geprüft

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Kurz gesagt

Gebühren fallen jedes Jahr auf den gesamten Bestand an, sie verzinsen sich also gegen dich, genau wie Renditen sich für dich verzinsen. 10 000 € über 30 Jahre bei 7 Prozent Bruttorendite ergeben nach 0,05 Prozent Indexfondsgebühr 75 063 €, nach 1 Prozent Gebühr aber nur 57 435 € — eine Lücke von 17 628 €, mehr als die anfangs angelegten 10 000 €. Prozentual frisst die 1-Prozent-Gebühr 23 Prozent des Endvermögens, nicht 1 Prozent, weil die Gebühr jedes Jahres auch das gesamte Wachstum entfernt, das dieses Geld in allen späteren Jahren erzeugt hätte.

Ein Prozentpunkt Unterschied bei den Jahresgebühren macht aus 75 063 € nur 57 435 € bei denselben 10 000 €. Die Gebühr kostet mehr als die Anlagesumme — hier ist der Grund.

Warum ein kleiner Prozentsatz zu einer großen Zahl wird

Die Gebühr fällt nicht einmal an, sondern jedes Jahr auf den gesamten Bestand. Der im ersten Jahr entzogene Euro ist also nicht bloß ein Euro: Er ist auch das Wachstum, das dieser Euro in den Jahren zwei bis dreißig erzeugt hätte. Mit 7 Prozent verzinst ist ein dreißig Jahre früher entzogener Euro am Ende rund siebeneinhalb Euro wert — so wird aus einem Prozentpunkt ein Viertel des Endvermögens.

Derselbe Mechanismus lässt den Schaden mit dem Anlagehorizont wachsen. Über zehn Jahre kostet ein Gebührenpunkt rund 9 Prozent des Vermögens, über zwanzig etwa 17, über dreißig 23. Junge Sparer und Altersvorsorgetöpfe sind daher am stärksten betroffen — genau das Geld, dem am wenigsten Aufmerksamkeit gilt.

Die Gebühren, die nicht in der genannten Zahl stehen

Die ausgewiesenen laufenden Kosten decken Verwaltung und Administration, aber nicht alles. Transaktionskosten im Fonds, Ausgabe- oder Rücknahmeaufschläge, Plattform- oder Depotgebühren und ein Beraterhonorar kommen obendrauf, jeweils auf derselben Basis berechnet. Zwei Fonds mit denselben ausgewiesenen laufenden Kosten können daher nach vollständiger Rechnung um mehrere Zehntelpunkte auseinanderliegen.

Addiere die Schichten vor dem Vergleich. Ein Fonds mit 0,20 Prozent auf einer Plattform mit 0,35 Prozent über einen Berater mit 1 Prozent ist ein 1,55-Prozent-Produkt und gehört an der 1,55-Prozent-Zeile der Tabelle gemessen, nicht an der mit 0,20.

Wann eine höhere Gebühr vertretbar ist

Eine Gebühr ist nicht automatisch schlecht; sie ist ein Preis, der etwas kaufen muss, das mehr wert ist als die Tabelle oben. Ein Berater, der dich im Crash vom Verkaufen abhält, einen Steuermantel einrichtet oder ein schiefes Portfolio geraderückt, kann leicht mehr als einen Punkt pro Jahr wert sein. Selten rechtfertigt allein die Fondsauswahl die Gebühr, denn die nötige Mehrrendite gegenüber einem billigen Indexfonds ist exakt die Gebührendifferenz — jedes Jahr, dreißig Jahre lang.

Beurteile die Gebühr an dem, was sie kauft, und prüfe die Summe alle paar Jahre. Kosten sind eine der ganz wenigen Größen beim Anlegen, die du vollständig steuerst — anders als Renditen, Inflation oder Timing.

Nettorendite
10 000 € über 30 Jahre bei 7 Prozent Bruttorendite
JahresgebührNettorenditeWert nach 30 Jahren
0,05 % (Indexfonds)6,95 %75 063 €
0,20 %6,80 %71 968 €
0,50 %6,50 %66 144 €
1,00 % (aktiver Fonds)6,00 %57 435 €
1,50 % (Fonds plus Berater)5,50 %49 840 €

Mit unserem eigenen Rechner durchgerechnet

Fondskosten-Rechner (TER)

Eingaben

Angelegter Betrag
50.000,00 €
Kostenquote (%/Jahr)
0,25
Haltejahre
5

Ergebnis

Jährliche Gebühr
125,00 €
Gesamtgebühren im Zeitraum
625,00 €

Diese Zahlen stammen aus dem Rechner unten, sie sind nicht von Hand eingetragen — sie werden bei jeder Änderung des Tools neu berechnet.

Mit eigenen Zahlen nachrechnen

Häufige Fragen

Wird die Gebühr von den Erträgen oder vom Kapital genommen?
Vom gesamten Bestand, also von beidem. Fällt der Fonds in einem Jahr, wird die Gebühr trotzdem auf das Verbliebene erhoben und vertieft den Verlust. Deshalb zählen Gebühren in schlechten Jahren genauso wie in guten, und deshalb werden sie meist still vom Anteilspreis abgezogen statt in Rechnung gestellt.
Ändern regelmäßige Einzahlungen das Bild?
Sie vergrößern es. 200 € monatlich über dreißig Jahre ergeben bei 6,95 Prozent Nettorendite rund 241 600 € und bei 6 Prozent rund 200 900 € — fast 40 700 € Unterschied durch denselben Gebührenpunkt. Je länger und größer der Plan, desto stärker wiegt die Belastung.
Wo finde ich die tatsächliche Gesamtbelastung?
Im Basisinformationsblatt des Fonds, das die laufenden Kosten und gesondert die Transaktionskosten nennt. Addiere dann, was Plattform und ein etwaiger Berater berechnen, meist als Jahresprozentsatz des gehaltenen Betrags. Die Summe dieser drei ist die Vergleichszahl — und genau die, die die Tabelle oben verwendet.

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