Beleihungsauslauf (LTV) verständlich: die Stufen, die wirklich etwas ändern
Veröffentlicht am 7.7.2026 · 5 Min. Lesezeit · Immobilien-Rechner
Camille Laurent — Redakteurin Finanzen bei OneKitly
Steuern · Privatfinanzen
Anhand von 2 Quellen geprüft
Der Beleihungsauslauf ist das Darlehen geteilt durch den Wert der Immobilie, in Prozent — und Kreditgeber rechnen mit dem niedrigeren von Kaufpreis und Verkehrswert, nie mit dem höheren. Kaufst du für 400 000 € mit einem Darlehen von 340 000 €, liegt der Auslauf bei 85 Prozent. Kommt das Gutachten mit 385 000 € zurück, ergibt dasselbe Darlehen 340 000 ÷ 385 000 = 88,3 Prozent, ohne dass sich an deinem Eigenkapital ein Cent geändert hätte. Entscheidend sind die Stufen bei 80, 90 und 95 Prozent, denn dort springt die Kondition, statt zu gleiten. Bei denselben 340 000 € Darlehen sind ein Viertelpunkt Zins 1 842 € statt 1 795 € im Monat über 25 Jahre, also 47 € monatlich und rund 14 180 € über die Laufzeit. Danach sinkt der Auslauf auf zwei Wegen zugleich: Nach drei Jahren beträgt die Restschuld 315 559 €, das sind 78,9 Prozent des ursprünglichen Preises, und bei einer Wertsteigerung von 2 Prozent jährlich ist die Immobilie 424 483 € wert, womit dieselbe Restschuld bei 74,3 Prozent liegt.

Das Darlehen geteilt durch den niedrigeren von Preis und Verkehrswert. Bei 80, 90 und 95 Prozent springt die Kondition — und ein niedriges Gutachten schiebt dich über eine Stufe, ohne dass dein Eigenkapital sich verändert hat.
Der Nenner ist nicht der vereinbarte Preis
Jeder Kreditgeber rechnet den Auslauf gegen den niedrigeren Wert: vereinbarter Preis oder eigenes Gutachten. Allein diese Regel erklärt, warum ein angenommenes Angebot an der Finanzierung scheitern kann. Beim Kauf über 400 000 € oben sind 340 000 € Darlehen 85 Prozent des Preises, aber 88,3 Prozent eines Gutachtens über 385 000 € — und die Bank nimmt 88,3. War der Antrag so gebaut, dass er knapp unter 90 Prozent bleibt, tut er das nun nicht mehr.
Die Lösung ist Arithmetik, keine Verhandlung. Um gegen ein Gutachten über 385 000 € bei 80 Prozent zu bleiben, darf das Darlehen 308 000 € nicht überschreiten — es fehlen also 32 000 € gegenüber der Planung, aus Ersparnissen, aus einer Preisnachverhandlung oder durch Akzeptieren der höheren Stufe. Vorab zu wissen, welche der drei Wege offensteht, entscheidet zwischen Verzögerung und geplatztem Kauf.
Was eine Stufe in Geld wert ist
Zinstabellen springen, sie gleiten nicht. Der Weg von knapp über 80 Prozent auf knapp darunter ist typischerweise etwa einen Viertelpunkt wert. Bei 340 000 € über 25 Jahre sind das 1 795 € monatlich zu 4,00 Prozent gegen 1 842 € zu 4,25 — 47 € im Monat und 14 180 € über die gesamte Laufzeit. Entfällt an derselben Schwelle zusätzlich eine Versicherungsprämie, ist die Stufe noch mehr wert.
Genau das macht die letzten paar tausend Euro Eigenkapital zum produktivsten Geld der ganzen Transaktion, und deshalb lohnt es, den exakten Betrag auszurechnen, der unter die Schwelle führt, statt auf eine runde Zahl zu sparen. Unter der Schwelle hilft mehr Eigenkapital noch ein wenig; darüber kauft dasselbe Geld bis zur nächsten Stufe gar nichts.
Der Auslauf sinkt auf zwei Wegen — und steigt auf einem
Der Zähler sinkt mit der Tilgung, und die frühe Tilgung geht langsamer als gedacht: Nach drei Jahren eines 25-jährigen Darlehens zu 4,25 Prozent sind aus 340 000 € 315 559 € geworden, also 78,9 Prozent der ursprünglichen 400 000 €. Der Nenner bewegt sich von allein. Bei 2 Prozent jährlicher Wertsteigerung ist die Immobilie nach denselben drei Jahren 424 483 € wert, und dieselbe Restschuld entspricht 74,3 Prozent — der Markt hat ungefähr so viel geleistet wie sechsunddreißig Raten.
Es wirkt ebenso mechanisch in die andere Richtung. Verlöre dieselbe Immobilie 10 Prozent und wäre 360 000 € wert, entsprächen die 315 559 € Restschuld 87,7 Prozent, und eine Umschuldung, die mit der 80-Prozent-Stufe kalkuliert war, würde neu bepreist. Deshalb ist ein hoher Start-Auslauf ein Risiko und nicht bloß ein Kostenpunkt: Er nimmt den Puffer, der eine Umschuldung nach deinem Zeitplan statt nach dem des Marktes erlaubt.
| Auslaufstufe | Was sich ändert | Nötiges Eigenkapital |
|---|---|---|
| 60 Prozent oder weniger | Beste angebotene Zinsstufe, größte Auswahl an Kreditgebern und die wenigsten Auflagen im Angebot. | 160 000 € oder mehr |
| 60 bis 80 Prozent | Standardkondition. Diese Stufe unterstellen die meisten veröffentlichten Zinsen, und eine Kreditausfallversicherung oder Zusatzsicherheit wird normalerweise nicht verlangt. | 80 000 bis 160 000 € |
| 80 bis 90 Prozent | Ein Zinsaufschlag von etwa einem Viertelpunkt und in mehreren Märkten eine Versicherungsprämie oder Bürgschaftsgebühr, die die 80-Prozent-Stufe vollständig vermeidet. | 40 000 bis 80 000 € |
| 90 bis 95 Prozent | Deutlich weniger Institute geben überhaupt ein Angebot ab, der Zinsaufschlag wird größer und die Einkommensprüfung strenger, weil bei fallenden Preisen kaum Eigenkapitalpuffer bleibt. | 20 000 bis 40 000 € |
| Über 95 Prozent | Selten und meist an Bedingungen geknüpft: staatliche Bürgschaft, Bürge aus der Familie oder eine zweite Immobilie als Sicherheit. Mehrere Aufsichtsbehörden deckeln diese Stufe schlicht. | unter 20 000 € |
Mit unserem eigenen Rechner durchgerechnet
Beleihungsauslauf-Rechner (LTV)
Eingaben
- Darlehensbetrag
- 120.000,00 €
- Verkehrswert (Gutachten)
- 150.000,00 €
- Kaufpreis (leer bei Umschuldung)
- 150.000,00 €
- Vergleichsschwelle
- 80 % — USA: Hypothekenversicherung kann gekündigt werden (HPA)
Ergebnis
- Beleihungsauslauf
- 80 %
- Zusätzlich zu tilgen, um sie zu erreichen
- 0,00 €
- Oder der Wert, den die Immobilie erreichen muss
- 150.000,00 €
- Dein Eigenkapital in der Immobilie
- 30.000,00 €
Diese Zahlen stammen aus dem Rechner unten, sie sind nicht von Hand eingetragen — sie werden bei jeder Änderung des Tools neu berechnet.
Mit eigenen Zahlen nachrechnen →Häufige Fragen
- Zählt das Eigenkapital, wenn es eine Schenkung aus der Familie ist?
- Ja für die Auslaufberechnung — sie betrachtet nur, wie viel gegen die Immobilie geliehen wird. Kreditgeber verlangen üblicherweise eine schriftliche Bestätigung, dass es sich um eine Schenkung und nicht um ein zweites Darlehen handelt, denn ein rückzahlbares Familiendarlehen verändert deine Schuldenquote, auch wenn der Auslauf gleich bleibt.
- Zählen die Kaufnebenkosten in den Beleihungsauslauf?
- Nur wenn du sie mitfinanzierst. Der Nenner ist der Wert der Immobilie, und Grunderwerbsteuer oder Honorare fügen ihm nichts hinzu — sie zu finanzieren hebt also den Zähler, ohne den Nenner zu bewegen. Genau so landet ein Käufer, der sich bei 80 Prozent wähnte, beim Kreditgeber über 85.
- Kommt man aus einer hohen Stufe heraus, ohne Jahre zu warten?
- Manchmal. Eine Sondertilgung verschiebt den Zähler sofort, und ein neues Gutachten verschiebt den Nenner, wenn der lokale Markt gestiegen ist oder du Arbeiten abgeschlossen hast, die messbare Fläche schaffen. Beides verlangt meist eine erneute Prüfung durch die Bank, und manche berechnen das neue Gutachten — vergleiche diese Gebühr vor der Beauftragung mit der Zinsersparnis.
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